Flüchtlingskrise: Darum brauchen wir keine Obergrenze!

Die lächerliche Forderung nach einer Obergrenze ist nichts weiter als eine große Ablenkungsmaschinerie von Lobbyisten, die von den tatsächlichen Misständen ablenken soll. Und das will ich auch begründen. Zugleich will ich vorausschicken, dass ich kein Merkel-Fan bin und sie auch lieber früher als später weg haben will. Doch aktuell ist sie die einzige, vielleicht europaweit oder sogar weltweit, die eine Obergrenze ablehnt. Diese Position stellt die Kanzlerin derzeit fast ausnahmslos allein in die Schusslinie. Und dieser Position der Kanzlerin ist es aktuell zu verdanken, das es nur eine Krise ist und keine Flüchtlingskatastrophe wird.

Aber warum ist diese Krise überhaupt da? Und werden wirklich Fluchtursachen bekämpft? Aktuell werden ausnahmslos die Symptome aber nicht die Ursachen bekämpft. Was macht denn diese Krise zu einer Krise? Warum, sollen wir das nicht schaffen?

Gibt es finanzielle Gründe?

Bisher sind die Kosten zwar relativ hoch, aber im Vergleich zu anderen Problemen lächerlich klein. Allein deutsche Kapitalflüchtlinge kosten dem deutschen Staat mehr als die Flüchtlingskrise. Und von der Bankenrettung will ich erst gar nicht anfangen. Das sind unterschiedliche Dimensionen, die kann man sich fast gar nicht vorstellen. Ergo, das Geld haben wir.

Personelle Bewältigung

Klar ist, dass wir hier viele Stellen brauchen um die Situation in den Griff zu bekommen. Das fängt bei der Verwaltung und Betreuung an und geht bei nötigen Strukturen weiter. Also, wir haben gerade wie viel Arbeitslose? Ach, die offiziellen Zahlen stimmen eh nicht, und hier ist es völlig egal ob es 3, 5 oder 10 Mio. sind. Es gibt jedenfalls sehr viele Menschen die eine Aufgabe suchen. Zwar wollen jetzt nicht alle Arbeitslosen irgendwo einen Job haben der was mit Flüchtlingen zutun hat, aber trotzdem sind es genügend, um alles zu bewältigen. Im letzten Jahr haben sich unheimlich viele arbeitslose Menschen um eine solche Stelle bemüht, doch nur die wenigsten wurden genommen. Selbst ein guter Freund von mir der mal Koordinator einer sozialen Einrichtung war, hatte keine Chance. Die Flüchtlinge sollen ja alle Deutsch lernen, trotzdem sitzen aktuell tausende Lehrer ohne Job da. Obwohl wir in Deutschland einen Lehrermangel haben. Zur Bewältigung schließen derzeit viele Kommunen ihre Bürgerbüros, weil sie beantragte Stellen nicht genehmigt bekommen. Warum diese nicht genehmigt werden ist nicht nachvollziehbar. Ergo, die nötigen Menschen hätten wir.

Flüchtlinge mit Lagerkoller

Warum lässt man die Flüchtlinge sich nicht selber verwalten? Okay nicht alles kann man sich selbst verwalten lassen. Aber es gibt doch nicht den Flüchtling, jeder Erwachsene hat doch mal was gelernt. Und da sind ja auch Ärzte und Lehrer drunter, ja auch Maurer, Tischler, Dachdecker, Klempner, Elektriker, Köche, Bäcker uvm. die können doch auch was. Verdammt da kommen doch angeblich ganze Nationen zu uns. Die müssen doch gar nicht einen typischen IHK Abschluss haben, um im Umfeld von ihren Unterkünften eine Aufgabe zu bekommen. Flüchtlinge als Chance verstehen und nicht als Last. Wir müssen die nicht durchfüttern, bemuttern, verwalten und was weis ich noch. Nein zuerst sind es Verbraucher, die doch eine Mehreinnahme darstellen und keine billigen Arbeitskräfte, die die Wirtschaft gar nicht will. Teile und Herrsche funktioniert gerade so gut wie immer. Wie schon damals im römischen Reich. Das muss man nicht neu erfinden.

Eigentlich würden alle profitieren, würde man es richtig machen.

Fehlende Unterkünfte

Da heißt es immer, „Ja würdest du bei dir Flüchtlinge aufnehmen? Also in deine Wohnung?“ Nur gut, das es in Deutschland noch viele andere Gebäudetypen gibt, die alle Flüchtlinge unterbringen können. Und ich meine damit keine Turnhallen. Es gibt so viele Typen und leerstehende Gebäude die man nutzen könnte. Messehallen, ehemalige Gewerbegebäude wie Baumärkte, Einrichtungshäuser etc. die gibt es zuhauf in Deutschland. Messehallen haben sogar die nötigen Infrastrukturen um 100.000 und mehr Menschen auf einmal zu versorgen. Allein das übergroße Messegelände in Hannover könnte alle Flüchtlinge auf einmal aufnehmen. Aber vorher hat es doch vielmehr Sinn leerstehende Wohngebäude zu nutzen. Und davon stehen im Osten Deutschlands einige rum. Und bedenkt man dass viele dieser Gebäude in den letzten Jahren abgerissen wurden, hätten wir heute keine Probleme. Aber die Problematik ist ja Hausgemacht. Denn nur in den Städten und Gemeinden wo es keinen Leerstand gibt, kann man Phantasie Mieten verlangen. Und das hat nichts mit Flüchtlingen zutun, nein dieses Problem kennt jeder in Deutschland. Nein, das ist auch nicht das Problem.

Fehlender Wille die Krise zu bewältigen

Jetzt kommen wir den wirklichen Problemen näher. Ist euch schon mal aufgefallen, dass Flüchtlingsunterkünfte fast immer ausschließlich dort eingerichtet werden, wo es schon soziale Brennpunkte gibt? Helfen will ja eigentlich jeder, „doch nur nicht hier bei mir, die können doch woanders hin“. Und so werden die Flüchtlinge dort abgekippt wo schon Probleme vorhanden sind. Und dann klappt dass mit dem Einreden ja so gut, denn obwohl die Probleme bereits da waren bevor die Flüchtlinge kamen, denken doch tatsächlich heute viele, die Probleme kamen erst zusammen mit den Flüchtlingen. Scharia, Ehrenmorde und Co. gibt es doch in Westdeutschland bereits seit den 70er Jahren und im Osten seit der Wende und nicht erst seit jetzt. Und zum sexuellen Belästigen von Frauen brauchen wir auch keine Flüchtlinge, das passiert seit eh und je jedes Jahr zum Beispiel auf dem Oktoberfest. Wo war denn da die Empörung? Nein die Probleme waren alle bereits schon vorhanden. Wir haben jetzt nur mit den Flüchtlingen sowas wie einen Judenersatz denen  wir unsere Probleme aufdrücken können.

Man will es überhaupt nicht schaffen, ansonsten würde man ja alles unternehmen um es zu schaffen. Aber aktuell sind Flüchtlinge nichts weiter als ein Spielball von Politik und Medien um zu zeigen, seht her wir schaffen das doch nicht. Da werden die Flüchtlinge von Behörde zu Behörde weiter gewunken, obwohl gerade der Bund die erste Aufgabe zu übernehmen hätte. Feststellen der Personalien um grob einschätzen zu können ob ein Asylantrag überhaupt fruchten könnte. Aber da kommt immer so ein hirnloser Politiker vor die Kamera und meint, sie haben keine Möglichkeit herauszufinden welcher Nationalität die Flüchtlinge sind. Was soll der Scheiß? Ob jemand Syrer ist oder nicht, dafür brauch man keine 10 Sekunden und auch keinen Pass, da reicht es erstmal herauszufinden ob derjenige überhaupt syrischen Dialekt spricht. Denn da gibt es im Arabischen große Unterschiede von Land zu Land, ja sogar von Region zu Region. Und da sind doch gerade viele 100.000 Sprachexperten bei uns angekommen. Wo also bitte ist das Problem?

Die Flüchtlingskrise lenkt nur von unseren eigentlichen Problemen ab. Es sind nicht mal nur deutsche Probleme nein es gibt vor allem europäische und globale Probleme. Und so falsch ist die Forderung der Kanzlerin gar nicht dass es eine europäische Lösung geben muss. Doch verkennt auch sie die tatsächlichen Probleme die Europa selbst geschaffen hat. Jene die erst die Fluchtursachen der Flüchtlinge erschaffen haben. Instabile Staaten, Marode Wirtschaftssysteme vor Ort und von Krieg gekennzeichnete Ortschaften. Und die Probleme die Europa nun zu schaffen machen. Da wird zwar aktuell gegen TTIP, CETA und Co. demonstriert aber nicht erkannt, dass bereits unser (EU)TTIP also der europäische Binnenmarkt eines der Probleme ist.

Und wenn wir jetzt Grenzen schließen, wird sich auch daran nichts ändern, nein alles wird noch schlimmer werden, denn die Flüchtlinge kommen ja weiterhin. Es gibt da einen Kinofilm aus dem Jahre 2013 mit „Matt Damon“ der den Titel: „Elysium“ trägt. Dieser zeigt ganz gut in übertragener Weise was dann passiert. Man kann die Erde nun mal nicht in Reich und Arm teilen, in der es 10% der Menschheit gut geht und 90% in Armut lebt. Wir brauchen keine Grenzen für Menschen, wir brauchen Grenzen für Wirtschaftssysteme, gegen Ausbeutung. Und wir brauchen grenzenlose Menschlichkeit, Menschenrechte.

Erkennt doch endlich die eigentlichen Probleme. In den sozialen Netzwerken machte ein Bild mit einem Spruch die Runde: „Gegen Flüchtlinge demonstrieren, ist als wenn man gegen Unfallopfer statt Raser demonstiert“.

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