ÖPNV Halle: Gestern, Heute, Morgen – Teil 2

Dieser Artikel setzt die Artikelserie „ÖPNV Halle: Gestern, Heute, Morgen“ fort. In diesem Teil geht es um den aktuellen Status und unmittelbaren Wandel in unserer Stadt.

Heute – Teil 2

Zu DDR Zeiten wurden Tatra Bahnen und Ikarus Busse in Halle eingesetzt, aber mit der Wende gab es hier und am Strecken-Netz Änderungen. Wie haben wir am Hallorenring Schlange gestanden um mit einem der zwei ersten neuen MAN Busse fahren zu dürfen. Neue Bahnen kamen erst später. Übergangsweise kamen Straßenbahnen aus Stuttgart zum Einsatz, während die alten Bahnen mit neuer AEG Technik umgerüstet wurden. Aber dann kamen sie doch die ersten Niederflur Bahnen, doch Anfangs mussten einige Haltestellen umgebaut werden, damit die neuen dort rollen konnten.

Mit der Fusion von Halle und Halle Neustadt (Halle war in Konkurrenz zu Magdeburg um die Rolle der Landeshauptstadt bemüht) war es dann soweit, eines der größten Bauprojekte der Stadt seit Jahrzehnten wurde gestartet. Die Trasse Hauptbahnhof – Halle Neustadt wird gebaut. Erst der Teilabschnitt nach Neustadt, später dann mit dem Umbau des Riebeckplatzes auch das zweite Teilstück in der Altstadt entlang der Waisenhausmauer. Das fertigstellen dieser Trasse führte zu größeren Veränderungen in der Stadt. Neue Linien für Straßenbahn und Bus. Vor allem aber das Einstellen vieler Buslinien nach Neustadt war viele eine Umstellung.

Es folgten zahlreiche Modernisierungen von Strecken in der Stadt. Steinweg, Rannische Straße, Große Ulrichstraße und Ludwig Wucherer Straße sind ein paar Beispiele. Viele Trassen in Halles Süden wurden noch zu DDR Zeiten kurz vor der Wende modernisiert. Weitere Strecken Neubauten gab es vom Hubertusplatz an der Heide zur Endhaltestelle Kröllwitz und in Halle Ost/Büschdorf.

Aber ein Verkehrsmittel blieb dabei auf der Strecke, die S-Bahn. Schon wenige Jahre nach der Wende wurde die Strecke von Nietleben in die Heide eingestellt. Statt Sanierung, Stilllegung – und damit begann das Sterben der S-Bahn. Heute hat man den Eindruck die S-Bahn gehört nicht so richtig zu Halle, und seit dem Leipzig den Betrieb übernommen hatte ging es nur noch Berg ab. Heute gehört sie zu den unzuverlässigsten Verkehrsmittel in der Stadt. Die Trothaer können da langsam ein Lied von singen. S-Bahn fahren ist wie Würfeln, man hat eine 50:50 Chance eine Bahn zu bekommen. Denn nicht selten fallen Fahrten einfach aus. Man könnte sagen, es ist nur noch eine Frage der Zeit, bis die S-Bahn in Halle komplett eingestellt wird.

Halle saniert sich gerade Schön, statt Geld in die Infrastruktur zu stecken. Rannischer Platz und Steintor sind hier als Beispiele zu nennen. Mal sehen wie lange sich Halle das noch leisten kann.

Während dessen außerhalb von Halle muss um die Überlandbahn gebangt werden, denn Merseburg hat sich in den letzten Jahren zu wenig an der Straßenbahn beteiligt. Aber wie nun bekannt wurde, ist die nun wieder gesichert. Merseburg hat seinen Etat für den ÖPNV aufgestockt.

Doch wie soll es mit der S-Bahn weiter gehen? Hier ein Vorschlag von mir: Die S-Bahn hat die Jahre seit der Wende erheblich Fahrgäste verloren, diese müssen wieder zurückgewonnen werden. Am besten geht dass, wenn die S-Bahn ein paar Knotenpunkte, also Andockpunkte mit der Stadt mehr hätte. Doch leider verliert sie aktuell welche, als sie hinzu gewinnt. Nach dem Verlust der Strecke in die Heide, wurden viele Haltepunkte unattraktiv, da die S-Bahnfahrt in die Heide für Hallenser sowas wie ein Ausflug in Grüne war. Vor allem an den Wochenenden, verließen die Hallenser Schaaren weiße die Stadt gen Heide. Der Verlust der Strecke hieß Einbuße der Lebensqualität für ganz Halle. Auch im Winter war die S-Bahn, das Verkehrsmittel Nummer 1 da immer sehr zuverlässig. Neue Andockpunkte schaffen, so zum Beispiel in der Dieselstraße und in Angersdorf. Andere Haltepunkte müssen zu Knotenpunkte werden, und mit dem Bus und Straßenbahn Verkehr abgestimmt werden. Beispiele sind da „Wohnstadt Nord“ in Trotha und „Südstadt“, letztere verliert noch dieses Jahr an Bedeutung, wenn die Endhaltestelle Südstadt der Straßenbahn entfällt. Auch der Halt „Zoo“ ist nur wenig für einen Familien Ausflug in den Zoo geeignet. Die S-Bahn in Halle kann nur mit einem dichteren Haltestellen Netz überleben.

Wie wird es in Zukunft in Halle mit dem ÖPNV weiter gehen, um diese Frage zu beantworten hat Halle bis 2050 Zeit. Denn dann müssen die nächsten Weichen gestellt werden. Welche Visionen und Möglichkeiten es hier gibt, darum wird es dann im dritten Teil dieser Artikelserie gehen.

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