Sachsen Anhalt – Mein Klein-Nazi-Deutschland

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Sachsen Anhalt hat gewählt, doch vielen schmeckt das Wahlergebnis überhaupt nicht. Die Einen reden von Protestwahlen, und die Anderen verteidigen ihr Entscheidung als reguläre Wahlentscheidung. Doch was ist im Land passiert?

Passender Weise schauen wir weiter nach Osten, nach Sachsen, denn dort wurde bereits in der dortigen letzten Landtagswahl Protest gewählt, doch niemand hat darauf reagiert. Vor allem nicht die SPD, die damals erdrutschartige Verluste hinnehmen musste.

Genau selbiges muss die SPD nun wiederholt einfahren. Das heißt, es wurde weniger die Kanzler-Partei abgestraft, sondern die selbst ernannte Arbeiterpartei. Und so ganz kann ich Oscar Lafontaines Aussage nicht verstehen, der meinte: „Die Wahlen waren ein Denkzettel gegen die Politik des Neoliberalismus.“ Nur komisch, dass gerade die Liberalen an Stimmen gewonnen haben. Daran kann es also nicht liegen.

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Der Flickenteppich in Sachsen-Anhalt spricht eine klare Sprache, denn der zeigt, wo die AfD zur stärksten Partei gewählt wurde. Zum einen sind es die Plattenbausiedlungen und allgemein der abgehängte Süden von Sachsen Anhalt. Leider wird der in Magdeburg unbeliebte (DDR-Bezirk) Halle nur stiefmütterlich behandelt. Und die Sorgen der Bürger nicht ernst genommen.

Aber nein, es ist nicht die Flüchtlingskrise, sondern die Probleme, die seit der Wende längst vorhanden sind. Halle-Neustadt ist ein sehr beliebter Stadtteil bei RTL-TV, wenn es um Schuldner und Hartz 4 geht. Hätte diese Art von Beliebtheit nicht schon seit Jahren ernst genommen werden müssen? Nein, es geht nicht um Flüchtlinge, es geht ums Volk. Und ja, das ist ja eigentlich auch selbst verantwortlich, denn man muss schon die Regierung mit der richtigen Partei in Verbindung bringen. Und man muss schon erkennen, das man wählen muss, wovon 90% der Bevölkerung was hat. Aber wie Volker Pispers schon sagte, man bekommt in dieser Demokratie keine Mehrheit zusammen für eine Entscheidung, von der alle was haben. Und dass in Deutschland über 70% aller Wähler gegen ihre eigene Überzeugung wählen. Klar, so lange ein Großteil der Wähler nur aus Tradition wählen geht statt aus Überzeugung, wird sich auch nichts ändern.

Aber warum Protest? Warum AfD? Schauen wir mal in den Süden, in Thüringen regieren die Linken und in Baden-Württemberg die Grünen. Und der Großteil (über 60%) der Befragten ist mit ihrer Regierung zufrieden. Warum also Protest, wenn man doch gleich eine Alternative wählen kann? Bei Links kommen immer Floskeln wie „keine Experimente“. Und was macht man da mit der AfD? Also wenn das keine Experimente sind! Wer sich also traut, AfD aber nicht Links zu wählen, ist entweder eine Memme, dumm oder der typische kleine Nazi. Fakt ist, wer AfD gewählt hat, scheint kein Interesse an sozialer Gerechtigkeit zu haben und hat sich längst in seinem Leben eingerichtet und sich mit seiner Situation abgefunden.

Nun hat die Bundesregierung ein Jahr lang Zeit, um etwas zu ändern. Tut sie nun immer noch nichts, macht sie sich schuldig, in Deutschland auf Verhältnisse zuzusteuern wie vor 100 Jahren.

Quelle der Grafiken: MDR

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