Visionen: Eine Zukunft für Kulturstätten

Kultur und Deutschland dass gehört eigentlich zusammen, doch schon seit Längeren gehen beide immer weiter auseinander. Die Kultur in Deutschland hat ein Problem, ein Finanzierungsproblem. In Teilen von Deutschland wurde die Kultur bereits soweit abgebaut, dass selbst EU Bürger aus Spanien die hier in Deutschland Arbeit und ein gutes Zuhause haben die Segel streichen und zurück nach Spanien ziehen (in diesem Fall ging es um Thüringen). Dort liegt die Kultur bereits am Boden und man kann nicht mehr von Leben reden sondern nur noch von Wohnen und Arbeiten. Selbst in der IKEA Werbung heißt es, „lebst du schon oder wohnst du noch?“ auch wenn es hier auch nur um Wohnqualität geht, der Gedanke dahinter ist der Gleiche.

Dieser Artikel wird der Start einer neuen Artikelserie unter dem Titel Visionen, als nächstes kommen hierzu Visionen zur Zukunft des Individualverkehrs und des Öffentlichen Nahverkehrs.

Wir müssen uns also Gedanken machen, wie Kultur in Deutschland zukünftig aussehen, und wie diese finanziert werden soll. Bisher werden Theater und Co. aus öffentlicher Hand und Kinos und Co. privat finanziert. Beide gelten als Kulturkonkurrenten, doch seit dem immer mehr Kultur aus dem Netz kommt haben beide das gleiche Problem. Sie können ihre Stätten kaum noch halten. Um diese halten zu können müssten sie teurer werden, aber dann würden Zugangshürden entstehen die sozial unverträglich sind. Ergo bräuchten Kulturstätten höhere Zuschüsse, doch diese kommen ja nur aus der öffentlichen Hand. Daraus ergibt sich zwar eine höhere Förderung für Theater und Co. aber Kinos hätten noch immer ein Problem. Denn Hollywood wird immer teurer und die Leih- und Lizenzgebühren steigen. Zugleich sinken auch die Besucherzahlen und große Multiplexkinos können sich nur noch schwer halten. Könnten wir auf Kinos verzichten(?) oder anders gefragt, wollen wir auf Kinos verzichten? Ich denke nicht. Kleine Klubkinos haben längst ihre Nische gefunden und locken mit anspruchsvollem Programm Gäste in ihre Räume.

Aber auch die öffentliche Hand kann nicht unendlich fördern, so gibt es auch hier Grenzen. Grenzen die immer wieder erreicht werden, wenn es um heute eher ungewöhnliche Kulturstätten geht. Eine solche Stätte ist zum Beispiel das Planetarium. Früher haben viele Kommunen schon allein für Bildungszwecke sich ein solches geleistet. Und heute sind klassische Planetarien eher uninteressant weil diese die modernen Möglichkeiten von heute nicht bieten können. Das Planetarium von Morgen sieht sowieso anders aus und neue Technik muss angeschafft werden. Aber auch die anderen Formen von Kulturstätten ändern sich gerade. Kinos müssen mehr bieten, auch Theater brauchen den aktuellen Generationen geschuldet grundlegende Änderungen.

Wie also kann diese Zukunft aussehen? Hier eine Vision…

Damit nicht weiter abgebaut wird und diese Stätten nicht zu reinen Abspul- und Spieleinrichtungen verkommen, denn Kultur ist weit aus mehr als das, braucht es ein passendes Ambiente. Und um all dass umsetzen zu können wird es wohl bald nötig sein, alles auf einen Tisch zu legen und Kultur gemeinsam anzubieten. Denn Bühne, Leinwand und Gestühl wird zukünftig verschmelzen. Vielleicht kann man sich dass vereinzelt noch nicht vorstellen, aber erste Ansätze gibt es bereits. Denn Kino wird interaktiv, die Bühne illuminiert und spezielle Angebote wie Planetarien und 360° Kinos werden eins. Somit werden wir bald einen größeren Finanzmix haben. Alles unter einem Dach, würde der Kultur auch entgegen kommen, und man muss so – nicht so viele Häuser – betreiben auch passive Förderung (Steuernachlässe und günstige Mieten, wenn nicht gleich was viel besser wäre keine Miete) könne man zulassen. Konkret müssen Entstehungskosten runter gefahren werden. Kultur darf nicht mehr vermarktet sondern gelebt werden . Und man darf nicht aus allen ein Geschäftsmodell machen.

Wir müssen umdenken denn die Wirtschaft ist für uns Menschen Mittel zum Zweck und nicht anders herum. Denn eines darf in Deutschland nie Realität werden „Sterben für die Firma“, so wird es bereits in Süd-Korea und angrenzende Länder praktiziert.

Und die Angebote im Netz müssen endlich nationale Steuern zahlen und zwar im Mehrwertsteuer Höhe. Diese Einnahmen brauchen wir um Kultur weiter finanzieren zu können. Denn es gibt weit aus mehr was unter dem Begriff Kultur zu verstehen ist. Und all dass will ebenfalls finanziert werden.

Es ist also keine Frage ob wir Kultur noch bezahlen können sondern wie wir das bewerkstelligen wollen, denn Kultur hat keine Streichoption sie muss finanzierbar bleiben.

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