Wem gehört die Krim?

Im Jahre 2014 wurde die Krim von Russland annektiert, seitdem streiten sich die Ukraine und Russland darum, wer ein Anrecht auf die Insel im Schwarzen Meer hat. Grund genug, dem einmal auf den Grund zu gehen, denn „Wem gehört die Krim?“. Es gibt auch mehrere Sichtweisen, und es gibt auch mehrere Arten, einen Nachweis zu erbringen. Auch die Ergebnisse dessen sind recht manipulativ.

Ergo schauen wir einmal in der Zeit zurück, aber wo beginnt man da? Würde man die Russen fragen, würden diese am liebsten bei etwa 1000 n.Chr. beginnen. Denn vorher hatte Russland in keiner Art und Weise mit der Krim etwas zutun. Allein schon aus diesem Grund sollte man viel früher beginnen. Doch je weiter man in die Zeit zurück geht, desto ungenauer werden die Fakten und somit auch das Einsortieren in die Geschichte.

Ich werde einmal in der Zeit der Griechen beginnen, denn aus dieser Zeit stammt einer der ersten Namen für das Krim Gebiet. Zwar wird das Gebiet der Griechen meist auf die Ägäis beschränkt, aber schon weit vorher siedelten die Griechen am Schwarzen Meer. Zeugen dessen sind die beiden Bosphoruse, einmal im Norden und einmal im Süden des Schwarzen Meeres. Jetzt werden einige aufschreien „Halt, ich weiß ganz genau, wo der Bosp(h)orus ist“! Hier sollte man eines wissen: Der Bosphorus ist kein spezifischer Ort auf der Erde, sondern die griechische Bedeutung für eine Meerenge. Das heißt, die Griechen haben diese so benannt, da sie Teil ihres Reiches waren. Und selbst viele Jahrhunderte nach dem Niedergang des Griechischen Reiches blieben beide Namen erhalten. Im Norden sogar so stark, dass das Volk der Krim sich „Crimea Bosphorus“ nannte. Diesen Namen fand man zwischen 350 v.Chr. bis 450 n.Chr.. (Erst viel viel später – 1790 – wurde dieser Bosphorus umbenannt in die „Strasse von Kertsch“.) Unterbrochen wurde die Ära zwischen 100 v.Chr. bis 1 n.Chr. durch die Besatzung von Pontus und von 50 n.Chr. bis 300 n.Chr. durch die Römer.

Weiter geht es 450 n.Chr., die Hunnen kommen und sind bis 600 n.Chr. weitere Besetzer der Insel. Nachdem diese aus Europa verbannt wurden, gehörte das Gebiet der Krim zu Avar Khaganate (Awaren Khanate). Ein Khanate ist ein slavisches Volk, bei dem ein Khan der Herrscher ist. Diese Herrschaft dauerte nur 50 Jahre. Ab 650 n.Chr. war die Krim regelmäßig geteilt. Nun herrschten im Norden Groß Bulgarien und im Süden das Byzantinische Reich. Von 700 bis 750 n.Chr. wurde der Norden von den Kasachen besetzt.

Bildquelle: otdyh-foros.ru

Erst um 1000 n.Chr. sprach man wieder von Crimea bzw. vom Crimea Khanate. Doch schon etwa 1020 – 1035 wurde ein Teil erstmal von den Russen besetzt. Damals die so genannte Kiever Rus. (Die Kiever Rus war ein Staat der sich von Novgorod bis Kiev erstreckte.) 1075 n.Chr. wurde ein Teil der Krim Teil vom Reich der Kumanan und der Andere wieder Teil des Byzantinische Reiches. 1205 übernahm Nicaea diesen Teil. Um 1240 verließen die Besatzer die Krim, und das Crimea Khanate war wieder frei. Doch diese Freiheit war nur kurz, denn 1250 kamen die Mongolen und besetzen die Insel. Etwa um 1275 wurde die Goldene Horde (zu den Mongolen gehörend) Herrscher der Krim.

Erst um 1430 war das Crimea Khanate wieder frei, bis es ab 1480 zum Osmanischen​ Reich zählte. Der Krieg zwischen dem Osmanischen​ Reich und Russland zwang die Osmanen dazu, sich aus Europa zurück zu ziehen. Mit einer Übergangsphase von 10 Jahren, in denen das Crimea Khanate frei war, gehört die Krim seit 1780 zu Russland mit Hauptstadt Moskau. (Wir erinnern uns, um 1790 wurde dann aus dem Bosphorus Crimea die Strasse von Kertsch.)

Im ersten Teil des 20.Jahrhunderts wechselten kriegsbedingt die Besitzer noch häufiger:

  • 1918 zu Deutschland
  • 1919 zur Ukrainischen SSR
  • 1921 zu Russland
  • 1922 zur Sowjetunion
  • 1942 zu Deutschland
  • 1944 zu Russland
  • 1991 zur Ukraine
  • 2014 Annexion durch Russland

Und nun? Wem gehört die Krim? Haben Besatzer Anrecht auf erobertes Land? Denn dann haben weder Russland noch die Ukraine ein Recht auf die Krim, und man müsste die Insel wieder den slavischen Völkern zurück geben, denen sie wirklich gehört. Vielleicht sind das die Krimtataren. Denn als Krimtataren werden alle die bezeichnet, die durch vorherige Besiedelungen auf der Krim herrschten, quasi ein bunter Mix aus allem, was vor Russland auf der Insel lebte. Doch der hauptsächliche Teil ist muslimisch und ist mit dem türkischen Volk verwandt.

Demnach könne sogar die Türkei ein Anrecht auf die Krim geltend machen. Genauso wie die Griechen aus der Antike und viele andere Besetzer. Ist es dann nicht viel wichtiger zu sagen, die Krim gehört niemandem, und wäre es dann nicht besser, die Krim bliebe mal wenigstens 10 Jahre selbständig, um sich zu entwickeln? Um ihre eigene Identität zu finden? Vor allem jetzt, wo das sogar möglich ist, der Krim den nötigen Frieden zuzusichern und ihre Souveränität zu garantieren? Und würde das dann nicht die Spannung zwischen Europa und Russland nehmen?

Fakt ist -Russland ist nur ein Besetzer – sowie auch die Ukraine, beide haben kein Recht auf die Krim.

(Sollte der Artikel Fehler oder Abweichungen aufweisen, dann könnt ihr das gern in den Kommentaren richtig stellen, bitte mit Nachweis. Danke)

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