The End of Meat – Eine Filmkritik

Der Dokumentarfilm „The End of Meat“ ist eine Art Plädoyer für vegane Ernährung, aber er ist ein Film mit einem großen Fragezeichen. Da nicht alles gut ist an diesem Film, passt der Titel „… – Eine Filmkritik“ sehr gut, denn er ist sehr einseitig und verschweigt auch die Kehrseite der Medaille der veganen Ernährung.

Nun, ich habe eine Filmvorführung mit Gesprächsrunde besucht, die von der Heinrich Böll Stiftung gesponsert wurde. Und die Veranstaltung war sogar ausverkauft, viele zig Leute mussten wieder nach Hause gehen, ohne den Film zu sehen. Das zeigt, dass das Interesse sehr hoch ist.

Der Film ist ein Mischwerk aus alten englischsprachigen Interviews, bis hin zu schwarz-weis Filmszenen und neuen deutschsprachigen Filmsequenzen. Ich nehme an, man hat hier auf das Filmbudget geachtet und viel Material genutzt, auf dem keine Urheberrechte bestehen. Dadurch hat der Film selbst den Anschein, er sei schon ein paar Jahrzehnte alt. Der Thematik sollte dieser Fakt aber nicht schaden, da man mit vielen Fakten aufwarten möchte und damit auch überzeugen. Doch genau damit fängt das Verschweigen von korrekten Fakten schon an, dazu aber später.

Der Film befasst sich vorwiegend mit den negativen Auswirkungen der konservativen Ernährung mit tierischen Produkten. Das allein ist ja nicht so verkehrt, aber man baut die Argumentation auf falschen Sichtweisen auf. Aber dazu auch später.

Ich persönlich finde eine vegane Diskussion spannend und lohnenswert, aber man muss schon alle Fakten auf den Tisch legen, das tut dieser Film leider nicht. Wer für eine vegane Ernährung plädiert, sollte aber auch richtig aufklären, denn es gehört eine große Kompetenz dazu, sich vegan richtig zu ernähren. Leider wird diese nirgends gelehrt, darum ist es um so wichtiger, sich allumfassend zu informieren, bevor man vegan durchstartet.

Die größten Fails des Films sind zum Beispiel, dass der Film suggeriert, die Nutztierhaltung verursache die meisten CO2 Gase in unserer Atmosphäre, das ist aber falsch. Trafik und Bau verursachen je weit aus mehr CO2 Gase, und dieser Fakt wird konkret verschwiegen. Weiter werden die negativen Folgen und Risiken der veganen Ernährung ebenfalls verschwiegen, so z.b. die hohe toxische Belastung von Soja und dass der exzessive Genuss von Tofu zu Nierensteinen führen kann. Ebenfalls nicht erwähnt wird, dass die vegane Ernährung zu Vitamin B12 Mangel führt. Hier wäre es sehr wichtig gewesen, darüber zu informieren, welche Nahrungsmittel das wichtige Vitamin B12 enthalten (Sauerkraut, Bier und die Chlorella-Alge enthalten Spuren). Diese reichen aber nicht aus, und man sollte hier mit Vitamin B12 Kapseln nachhelfen, Grund-Vitamin B12 kommt vorwiegend nur in tierischer Nahrung vor.

Ich schrieb ja oben, dass ich extra in einer Vorführung mit Gesprächsrunde war, und natürlich wollte ich diese Fakten auch ansprechen, doch die Antworten und die Mimik der Gastgeber sprach Bände, man war gar nicht daran interessiert, darüber zu sprechen. Wie der Film so also auch die Macher. Man hat den Eindruck, als laufen diese mit Scheuklappen durch die Welt. Diese Art der Weigerung, sich mit der Thematik ganzheitlich auseinander zusetzen, zeigt auch, wie sich diese Leute eine vegane Zukunft vorstellen. Nach ihrer Vorstellung leben Schweine, Hühner und Kühe mit uns gemeinsam in der Stadt und laufen frei umher. Ich würde aber sagen, könnte man diese Tiere selbst fragen, wie sie leben wollten, würden sie sicher die Natur vorziehen. Hinzu kommt, dass man bei einer veganen Ernährung davon ausgeht, dass die Zahl der Tiere dann geringer ist. Ist das wirklich so? Oder würden dann nicht wieder große Herden in der Natur entstehen? Denn zur Zeit haben wir eine extrem große Zahl an Nutztieren über einen gewissen Zeitraum, was aber nur dem geschuldet ist, dass in einer kurzen Lebensspanne die Tiere herangezogen werden. Ohne Nutztiere wären es nicht unbedingt weniger Tiere, die zur selben Zeit leben, sondern weniger Tiere würden über eine Zeitspanne länger leben. Die CO2 Belastung wäre also nicht unbedingt geringer. Besser wäre es, z.B. mittels Bioreaktoren diese CO2 Gase aufzufangen und zu nutzen, ja sogar als Konkurrenz zu Erdgas und Co.

Der Film geht dann noch in eine Vision über, wie man sogar demnächst tierische Produkte ohne das Zutun von Tieren erzeugen kann, und will damit die Zielgruppe Flexarier ansprechen, um auch Fleischesser auf seine Seite zubekommen. Aber ich finde, diese Passage hatte man lieber gegen mehr Aufklärung im Film tauschen sollen. Doch natürlich kam am Ende das Erwachen. Der Film hat ein ganz anderes Ziel, als man denkt. Denn am Ende hat man eher den Eindruck einer Verkaufsveranstaltung ähnlich der Kaffeefahrten, mit denen man alte Menschen über den Tisch ziehen will.

Für mich war nun Kopfschütteln angesagt, denn wo bleibt die Kompetenz, und hallo(?) gesponsert von der Heinrich Böll Stiftung? Da hätte ich echte Qualität und diese Kompetenz erwartet.

Liebe Veganer, wenn ihr euer Thema weiter nach vorne treiben wollt, dann aber korrekt mit allem Für und Wider! Dieser Film ist ein Fail!

Hier der Trailer zum Film…

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