Demokratienotstand – kahlgefressen und verkommen

Der Garten unserer freiheitlich demokratischen Grundordnung mit ihrer humanistischen Prägung leidet unter dem politischen Klima. Das Lebenselixier aus Freiheit, Gerechtigkeit und Brüderlichkeit wird durch politische Umwelteinflüsse so langsam zerstört. Die Gedanken enthalten zu viele Schadstoffe aus Parteiinteressen, das Grundwasser der Gesetze ist verseucht. Der Bürger als Gärtner sitzt auf der Bank und genießt das Leben und konsumiert. Der Zustand des Gartens ist ihm gleichgültig. Er hat dafür seine Helfer aus Beamten, Parteien und die in politische Ämter Berufenen engagiert. Jedoch die Pflege des demokratischen Gartens leidet. Die Helfer sind faul und holen sich einen als Bock verkleideten Teufel nach dem Anderen in der Hoffnung, dass immer mehr Böcke ihre Arbeit erleichtern.
Doch weit gefehlt. Es stinkt immer mehr, der Boden wird immer saurer, das Wasser verseuchter. Das politische Klima verkommt zu einer stinkenden Kloake eingerahmt von einem braunen Donnerbalken.
Es kann nur gehofft werden, dass der Gärtner aus seiner Lethargie aufwacht und mit Löschkalk die Kloake neutralisiert und mit gutem demokratischen Mutterboden auffüllt.
Es ist zu hoffen, dass wieder mehr selbst gedacht wird und das eigene Handeln hinterfragt wird. Es ist zu hoffen, dass auch weit in die Zukunft gedacht wird und nicht nur das Jetzt bedacht wird. Erst wenn der Boden gut gepflegt wird wird es im nächsten Jahr auch Ertrag und blühende Pflanzen geben. Es ist zu hoffen, dass der Gärtner nicht dumm bleibt und erkennt was die gerufenen Böcke anrichten. Auch neue Pflanzen, die mehr Unkraut als Nutzpflanze sind, werden den Garten als Ganzes nicht erhalten. Er wird eher zu einer demokratischen Wüste verkommen..
Die biederen Bürger schauen tatenlos zu. Wohlwissend dass der Garten durch die Böcke seine Schönheit verliert und Wildwuchs überhand nehmen wird. Christian Weißgerber hat in seinem Buch „Mein Vaterland“ Dummheit wie folgt beschrieben: „Dummheit ist für mich nicht die Abwesenheit von Bildung, Wissen oder ein Mangel an Intelligenz. Das Vermögen falsche Probleme zu erzeugen und daran zu glauben, das ist Dummheit für mich, also eine Fähigkeit, die alle Menschen besitzen und auf verschiedenste Weise praktizieren.“
Es gab Zeiten in der Bundesrepublik, da hatten Politiker noch Charakter und traten aus weit weniger gravierenden Gründen zurück. Max Weber definierte die Eigenschaften eines Berufspolitikers, dass er für die Politik lebt und nicht von der Politik.

Ein Beitrag von Dieter Goldschalt

Add a Comment

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.