Halle betoniert sich zu – Sammelkompensation statt Erhalt von Grünflächen

Während der letzten Jahre kam es in der Stadt zu zahlreichen Baumaßnahmen. Leider begannen solche Maßnahmen ständig mit dem Abholzen des vorhanden Baum- bzw. Grünflächenbestandes. Kein Wunder das es immer wieder Bürgerbegehren zum Erhalt von Grünflächen gab und immer wieder gibt. Immer mehr Grün verschwindet aus Halle. Stadt und HAVAG gehen hier meist im Einklang, und das gipfelt nun in einer Sammelkompensationsmaßnahme.

Denn immer dann, wenn Grünflächen verschwinden, müssen Kompensationsflächen erschaffen werden. Doch statt dem Schaffen dieser Flächen spielt Halle ein wenig Schilda. Ja es ist fast schon ein Schildbürgerstreich, was Stadt und HAVAG da gerade vorhaben. Grünflächen, die wie zum Beispiel gerade am Steintor verschwinden, sollen eigentlich irgendwo im Stadtgebiet wieder erschaffen werden. Doch statt der Schaffung neuer Grünflächen werden einfach ein paar Bäume und Sträucher in die Natur gepflanzt. In dem Fall soll das am Südstadtring passieren. Denn die HAVAG hat bekanntlich vor, die Wendeschleife der Straßenbahn am Südstadtring abzureißen. Und da wo jetzt noch Gleise liegen, sollen ein paar Bäumchen gepflanzt werden.

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Sammelkompensationsmaßnahme

Schaut man sich aber  diesen Bereich genauer an, stellt man fest, dass dieser eigentlich doch schon sehr grün ist. Ein paar Bäume mehr oder weniger fallen dort kaum ins Gewicht. Aber genau das will die HAVAG nun tun, sie will alle Kompensationsflächen dort sammeln, für die sie zuletzt mehrere Grünflächen aus dem Stadtbild getilgt hat. Ja es ist sogar damit zu rechnen, dass im Zuge der dortigen Baumaßnahmen eher noch Grünflächen verschwinden, als diese hinzu kommen.

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Sehr bedauerlich finde ich gerade die Haltung der Fraktionen im Stadtrat, nicht einmal die Grünen haben hier Einwände bekundet. Sollte das nicht gerade ihr Metier sein? Grün sein und immer und überall für Grünflächen einstehen? Aber anscheinend interessiert das gerade keinen, da man ja eher damit beschäftigt ist, OB Wiegand aus dem Amt zu jagen. Und die Goldgräberstimmung wegen vermeintlicher chinesischer Investoren für den Riebeckplatz ist ja auch gerade ausgebrochen. Lieber die Stadt sinnlos zubetonieren, statt die Lebensqualität in ihr mittels Grünflächen zu verbessern, das jedenfalls schein das Credo der Stadt zu sein.

Aber unser Hallescher Marktplatz spricht hier ja Bände, bis heute hat es keine dauerhafte Begrünung gegeben, obwohl die Hallenser gerade das sich wünschen. Da ist man über jeden einzelnen Pflanzenkübel erfreut, doch leider stehen die ja immer nur eine begrenzte Zeit auf dem Markt. „Mit Bürger“ wünschen sich sogar eine Begrünung des gerade frisch sanierten Rannischen Platzes. Doch der Stadtrat ließ schon durchblicken, dass sich hier nichts ändern wird.

Wie soll es nun weiter gehen mit Halle? Wird aus der Stadt bald eine Betonwüste?

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